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Debattieren - Nur wie? Nichts läuft ohne feste Regeln, jede Woche debattieren wir entweder nach dem BPS- oder dem OPD-Verfahren. Zwei Systeme, zwei Regelwerke, zwei Kurzerklärungen:



  British Parliamentary Style (BPS)

Im BPS System gibt es zwei Fraktionen - die Regierung und die Opposition - die jeweils aus vier Debattanten bestehen. Eröffnet wird die Debatte vom Regierungsredner, der einen konkreten Antrag aus dem vorgegebenen, meist abstrakten Thema zur Abstimmung vorstellt. Darauf folgt abwechselnd jeweils ein Redner der Opposition und dann wieder der Regierung. In ihren Reden beziehen diese sich ausschließlich auf den gestellten Antrag, nicht darauf, was sie mit dem gestellten Debattierthema verbinden. In ihrer Redezeit bringen alle Debattanten außer den Schlussrednern neue Argumente in die Debatte ein. Die Schlussredner der einzelnen Fraktionen haben die Aufgabe, noch einmal zusammenzufassen, wofür ihre jeweilige Seite in der Debatte steht. Ihnen ist es auch nicht gestattet, neue Argumente in die Debatte einzuführen.

Jeder Redner hat eine Redezeit von 7 Minuten, deren Einhaltung durch die Präsidentin oder den Präsidenten der Debatte Geltung verschafft wird. Während der ersten und letzten Minute der Redezeit dürfen keine Zwischenfragen gestellt werden, sonst sind Zwischenfragen von der jeweiligen Gegenseite zugelassen. Zwischenrufe sind jederzeit erlaubt, solange sie den parlamentarischen Stil der Debatte nicht schädigen.

Zwischenfragen sind auf 15 Sekunden, Zwischenrufe auf 7 Worte beschränkt.



  Offene Parlamentarische Debatte (OPD)

Beim OPD Format handelt es sich um eine modifizierte Version des BPS Systems. Es wurde vom Tübinger Debattierclub "Streitkultur" entwickelt.

Neben den beiden Fraktionen - die hier nur jeweils aus drei Rednern bestehen - gibt es in diesem System sogenannte "Fraktionsfreie" oder "Freie Redner", die sich erst im Laufe der Debatte für die Position einer der beiden Fraktionen entscheiden müssen. Sie sprechen vor den Schlussrednern der beiden Fraktionen und müssen sich innerhalb der ersten Minute ihrer Redezeit auf ihre Position festlegen. Danach sind Zwischenfragen der Fraktion, gegen deren Position sie sich entschieden haben, 2 Minuten lang erlaubt. Die gesamte Redezeit der Freien Redner beträgt auch nur 3½ Minuten. Haben sich die Freien Redner positioniert, ist es ihre Aufgabe, diejenige Fraktion zu unterstützen, auf deren Seite sie sich gestellt haben; sie dürfen deren Argumente nicht sabotieren.

Durch die Hinzunahme Freier Redner entsteht mehr Interaktion zwischen den einzelnen Seiten der Debatte. Die verschiedenen Fraktionen bemühen sich, nicht nur das Publikum der Debatte sondern insbesondere auch die Freien Redner zu überzeugen. Damit dies gelingt, hat der Eröffnungsredner (also der erste Redner von Opposition oder Regierung) der Fraktion, gegen deren Position sich der Freie Redner entschieden hatte, die Aufgabe, nach der Rede des freien Redners eine einminütige Gegenrede - gerichtet an den zu überzeugenden Freien Redner - zu halten, mit dem Ziel, diesen doch noch zum Wechsel seiner Position zu bewegen. Deshalb ist es ihm auch nicht erlaubt, vorher Zwischenfragen an den Freien Redner zu stellen.

Damit wir uns auch diese Woche wieder kraftvoll zutexten können. Die Debattierregeln bieten die Grundlage für jede Debatte.


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